Spa 2019

Ein Ausflug ins, nein, nach Spa! Ein toller Bericht von Joscha #45.

Viel hat man gehört über die Legende in den Ardennen, die Aue Rouge, die lange Gerade am Wald, wo man „so lange Vollgas hält, wie sonst nirgendwo“ und über die kleinen Auslaufzonen.
Ein Kurs mit Geschichte und richtig Oldschool, also genau passend zu classic Superbikes.

Dazu gibt es dann noch die persönliche Verbindung zu dem bis dato unbekannten Kurs. Mein Moped, die #45, ist die ex #121 von Schenker.
Die meisten hier kennen die Geschichte …

So bin ich mit einem etwas mulmigen Gefühl am Mittwoch nach Spa gefahren. Voller Respekt vor der Strecke, voller Vorfreude auf die Rennen und voller Motivation für Schenker zu fahren.

Mit im Gepäck war noch mein Buddy Kai und meine nicht richtig laufen wollende Straßen-GS. (Anm. des Webmasters: wie hat Kai da reingepasst? Also ins Gepäck?)

Mittwoch Abend dann Anmeldung am Welcome Center, wo wir dann die ersten bekannten Gesichter trafen. Freude! Bier auf. Dann rüberfahren zur Zufahrt ins Fahrerlager, die auf der ganz anderen Seite des Kurses liegt … warum einfach, wenn´s auch kompliziert geht.
Bier auf, ausladen, aufbauen, Bier auf, Grill an, Bier auf usw. …
Zu spät und völlig kaputt im Bett.
Die Nacht war dann um sechs Uhr vorbei. Kai und ich hatten, wie einige andere CSBKler, für den Donnerstag Training gebucht.
Irgendwie ist der erste Morgen immer stressig!
Aufstehen, kein Hunger, Reifenwärmer an, Kaffee, Toilette, Fahrerbesprechung.
Da sind sie wieder, die bekannten Gesichter. Gut so!

Mit Heiko habe ich mich dann für den ersten Turn verabredet. Auf einer unbekannten Strecke kann es nicht schaden einem bekannten hinterher zu fahren.
Also vom Fahrerlager an hinterher, zur falschen Zufahrt zur Strecke, zur richtigen Zufahrt, dann durch die Boxengasse auf die Strecke.
Heiko spannt direkt mal den Hahn … also Gas geben und irgendwie hinterher. Leider klappt das mit dem Gas nicht so recht.
Zumindest wird Gas auf nicht in Vortrieb umgesetzt.
Lauter, nicht schneller … Die Kupplung rutscht ab 7.000 U/min.
Ob ich lieber raus fahre? Ich entscheide mich weiter zu fahren, un mit Schwung und in Ruhe die Strecke „zu lernen“.
Auch Heiko fährt entspannt und so konnte ich den Turn hinterher fahren und mir die Linie angucken. Das erste mal die alte Start/Ziel Gerade runter haut es mir den Magen bis auf die Sitzbank, bevor es die Aue Rouge hoch geht und oben angekommen der Magen hochschießt Richtung Kehlkopf … da muss man sich erst mal dran gewöhnen.
Im 2. Turn hatte ich dann Vortrieb, allerdings trennte die Kupplung nicht sauber … So hieß es in der Mittagspause schrauben … probieren, einstellen, probieren. Der entscheidende Tipp kam dann von Thomas #108. Während ich dabei war meinen schwarzen Renner wieder zusammen zu bauen, kam eine Nachricht von Kai. Ich musste nach der Pause eine Gruppe schnell bzw. auch früher fahren … das will man ja eigentlich, passte aber gerade gar nicht!
Mit Hilfe von Kai und Achim, unserem „Nachbarn“, konnte ich pünktlich raus. Nachdem ich von einem V-Tec Hebel auf einen originalen Kupplungshebel zurück gerüstet hatte, war das Problem gelöst. Abends wurde das Fahrerlager dann richtig voll, noch mehr bekannte Gesichter, ein Bier hier, eins da, ich war früh müde.
Der Präsi kam noch zu uns, aber da lag ich schon. Kai und Dirk waren dann noch zur „Afterhour“ bei Achim. Ich hörte am morgen nach was von „lecker Marille“.
Freitags war dann erst ein Turn Training und später Qualifikation 1 und 2 angesagt. ich hatte ein gutes Gefühl fürs Moped und die Strecke, die Aue Rouge gefiel mir immer besser. die Start-Ziel-Gerade runter, vom 2. bis in den 5.die Gänge durchsteppen, dann links aufs Curbs zielen, 4. Gang, auf rechts umlegen warten, Gas langsam auf, irgendwo nach Gefühl auf links umlegen, hoffen, dass es passt und VOLLGAS. 5. Gang, lange VOLLGAS! Mit einer 2:50er Zeit stand ich mit der #45 auf Platz 7 in der Startaufstellung, was den 4. Platz in meiner Klasse bedeutete.
Das Bier war verdient, das Grillfleisch lecker, die Marille von Thomas sowieso, ein paar Tipps von Pecky obendrauf und was Georg dann als kaltes Buffet aufbaute und die gesamte CSBK dazu einlud, war der Hammer! Wer noch nie Wildschweinschinken probiert hat, hat was verpasst.
Es war ein gemütliches und langes Beisammensein.
Der Start zum Rennen am Samstag war holprig, so dass es außerhalb der
Top 10 in die erste Kurve ging. Dank ein paar beherzter Überholmanöver, konnte ich bereits in der ersten Runde wieder Boden gut machen.
Nachdem Rucki mit technischem Defekt ausrollte, war ich schon auf P3 in meiner Klasse. Doch der Meisterschaftsführende Holger war nicht weit weg, was für einen extra Schub Motivation sorgte. So saugte ich mich zur Aue Rouche runter ran, 4. Gang, links aufs Curb, umlegen auf rechts, warten, Windschatten, Gas langsam auf, direkt am Hinterrad auf links umlegen, hoffen, dass es passt und VOLLGAS. 5. Gang, lange VOLLGAS, Windschatten, ausscheren, vorbei! Jetzt kam es auf den Bremspunkt an, um nicht wieder geschluckt zu werden. Im Fahrerlager hatte ich gehört, Malte würde beim 50 Meter Schild bremsen … PFFF … oranges Tor 1, vorbei, orangenes Tor 2 vorbei, 200m vorbei, einatmen, ausatmen, einatmen, BREMSEN, einlenken … Auf Platz 2 in meiner Klasse wurde ich dann auch abgewunken. Schon wieder das Bier verdient.

Abends gab es dann noch das 4 Stunden Rennen zu bestaunen. Irgendwann … „irgendwann machen wir das auch mal“. Nach den 4 Stunden gab es dann noch Lagerfeuerromantik inklusive Gitarre. Mehr geht eigentlich nicht.
Sonntag konnten wir dann ausschlafen und ich konnte mich um meine GS kümmern. Was heißt ich!? Ich hab das gemacht, was Ingo gesagt hat. Er hat seine Hände angelegt und nachdem alles wieder zusammen war, lief die GS besser als je zuvor.
Den 2. Rennlauf am Sonntag startete ich ähnlich bescheiden, blieb aber länger im Feld stecken. Damit war der Zug der Führungsgruppe ohne die #45 unterwegs. Im Ziel reichte es für einen 3. Platz in meiner Klasse bzw. den 5. insgesamt. Kurz noch Siegerehrung und abbauen, packen, packen, abbauen und kaputt auf den Heimweg …
Mit der persönlichen Bestzeit von 2:47,4, den schönen Rennläufen und einer tollen Zeit mit der CSBK im Fahrerlager, wo gefühlt jeder jedem hilft, freue ich mich auf die nächsten Events!